Frau präsentiert GeschenkWer nur ein kleines Budget hat oder als Start-up gerade anfängt, sein Unternehmen aufzubauen, muss auf Preise achten. Das Internet ist voll von Angeboten, die unter dem Label »Free Software« gehandelt werden.

Natürlich gibt es nichts Besseres, als kostenlose Software oder kostenlose Services, denn ein Preis von Null Euro ist nun mal nicht zu schlagen, wenn man das Preis-Leistungs-Verhältnis betrachtet. Das liegt aber an der Mathematik.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis (PLV) berechnet sich nämlich aus:

PLV = Preis / Leistung

Wenn ich also 100 Euro für einen Maler bezahle, und er mir dafür einen Raum streicht, dann ist mein PLV 100 Euro pro Raum. Wenn ein anderer Maler für die gleichen 100 Euro zwei Räume streicht, dann ist das PLV 50 Euro pro Raum. Das kleinere PLV ist für mich als Kunden also besser, weil ich mehr Leistung für das gleiche Geld erhalte.

Wenn ich aber als Preis 0.00 Euro einsetze, ist es eigentlich völlig egal, welche Leistung ich erhalte, ich werde immer ein optimales PLV erzielen, nämlich Null.

Warum du auf die Leistung mehr achten solltest als auf den Preis.

Bild eines TaschenrechnersDie Mathematik ist also schuld, dass kostenlose Angebote immer gut aussehen, auch wenn sie eigentlich Schrott sind. Du solltest dich also bei allen Angeboten im Internet, die nichts kosten, immer fragen: »Welche Leistung wird angeboten?«

Das war ursprünglich meine Überlegung, als ich mich vor Jahren dafür entschieden hatte, mich auf das kostenlose Programm WordPress zu spezialisieren. Als Alternativen gab es diverse kostenlose Angebote, die mir alle eine leicht zu pflegende Website versprachen:

Typo3

Joomla

Drupal

und natürlich WordPress

Wer einen relativ aktuellen Testbericht für diese Systeme nachlesen will, findet einen entsprechenden Artikel auf der Website der Computerwoche:

http://www.computerwoche.de/a/die-besten-kostenlosen-cms,2511266

Bereits bei der Installation sind mir dann schon die Unterschiede aufgefallen. Einige der Systeme sind leichter zu Installieren als andere. WordPress stach schon damals mit seiner 5-Minuten-Installation aus der Menge heraus, auch wenn es zu dieser Zeit bei den Hosting-Anbietern noch keine automatische Installation über das Kundenmenü gab.

Danach kam die Einrichtung der eigentlichen Website. Bei Typo3 hat es mich praktisch einen ganzen Tag gekostet, um überhaupt einmal eine normale Seite zu gestalten. Die anderen Systeme waren deutlich einfacher zu bedienen.

Überlege dir, wo du Hilfe bekommen kannst.

Schon bei der Ersteinrichtung musste ich, damals noch Anfänger, bei allen diesen Systemen, im Internet nach Hilfe suchen. Das hat dann schließlich auch den Ausschlag gegeben, warum ich mich dann für WordPress entschieden habe.

Alle der angebotenen Content Managementsysteme (CMS) haben eine aktive Gemeinde von Anwendern, die sich im Internet untereinander austauschen. Bei einigen ist diese Gemeinde jedoch etwas kleiner, sodass man sich bei offenen Fragen erst einmal bei einem Forum anmelden muss, um dort nach Antworten zu suchen.

Die Community von WordPress war hier schon immer herausragend, denn nach meiner eigenen Erfahrung genügt es bereits, die Frage irgendwo in eine Suchmaschine einzugeben, und schon erscheint eine ganze Liste mit Weblogs, Foren und Hilfeseiten, die passende Antworten anbieten.

Das war dann eigentlich ausschlaggebend für meine Entscheidung, mich auch als Entwickler mal näher mit WordPress zu befassen. Und auch hier wurde ich positiv überrascht. Wenn man sich nämlich einmal in den Code eingearbeitet hat, ist die Erstellung eigener Themes und Plugins gar nicht so schwierig.

Und was ist, wenn du professionelle Hilfe brauchst?

Mein Hauptargument, für die Nutzung von WordPress ist immer noch, dass es wirklich jeder problemlos nutzen kann. Das Angebot an unterschiedlichen Designs für ein ansprechendes Aussehen, und die Fülle an Plugins für zusätzliche Funktionen ist einfach riesig.

Wer es dennoch individueller braucht, beispielsweise weil ein bestimmtes Corporate Design umgesetzt werden muss, oder weil eine Funktion im Plugin noch angepasst werden soll, dann gibt es auch noch ein großes Angebot an professioneller Hilfe.

upwork.com ist eine Anlaufstelle, bei der man Hilfeleistungen erhalten kann. Beispielsweise wenn man ein bestimmtes Layout für WordPress umsetzen will oder eine besondere Funktion auf der Website benötigt, die man als Plugin nicht finden kann. Ich habe selbst viele WordPress Projekte auf UpWork durchgeführt. Die Plattform ist eine sehr allgemeine Job-Plattform und nicht auf WordPress spezialisiert. Es ist daher eher Glücksache, wenn man einen guten Entwickler dort findet, aber es ist durchaus einen Versuch wert.

Der Nachteil bei UpWork ist, dass man einen Anbieter auswählen muss, bevor man eine Kommunikation mit der Person beginnen kann. Es ist zwar möglich, bestimmte Anbieter zu einem Erstgespräch einzuladen, allerdings muss man dann auch schon wissen, wen man für ein solches Gespräch einladen möchte. Die Anbieter können sich auf einen ausgeschriebenen Auftrag bewerben, indem Sie einen Preis anbieten. Das führt dann oft dazu, dass dieser Preis oft zu niedrig angesetzt wird, wodurch dann häufig die Qualität der Arbeit etwas leidet.

Codeable ist ebenfalls eine Plattform, bei der man WordPress-Arbeiten in Auftrag geben kann. Im Gegensatz zu UpWork bietet Codeable ausschließlich WordPress als Dienstleistung an. Außerdem werden die Entwickler von der Plattform handverlesen ausgesucht. Es sind dort also nur WordPress-Spezialisten am Start, die diese Software auch sehr gut kennen.

Der Vorteil bei Codeable ist, dass man sein Projekt bereits mit den Spezialisten durchgehen kann, bevor man jemanden ausgewählt hat. Die einzelnen Entwickler analysieren die Aufgabe und bieten dann einen Festpreis an. Als Kunde, sieht man dann den Durchschnitt dieser Preise, den man bezahlt, wenn man einen der Anbieter für die Aufgabe auswählt. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass sich die Dienstleister nicht mit Preisen unterbieten, was die Qualität der Arbeit positiv beeinflusst.

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Und was hat das Ganze jetzt mit dem eigentlichen Thema zu tun?

Großaufnahme einer UhrDu wirst dich nun sicher fragen, wie komme ich eigentlich wieder zum ursprünglichen Thema zurück? Der Begriff »Free Software« soll nicht davon ablenken, dass auch solche Software mit Kosten verbunden ist. Sowohl bei der Installation, als auch bei der Anpassung von Seiteninhalten ist man häufig auf Hilfe angewiesen.

Wer Zeit und Geduld hat, kann sich seine Antworten über die Suchmaschine, spezielle Blogs und Foren selbst zusammensuchen, aber natürlich kostet es Zeit. Wenn du jedoch gerade dein Unternehmen aufbaust, brauchst du deine Zeit um neue Kunden zu finden, Werbung zu machen und deine Produkte zu produzieren. Also wirst du deine Zeit dafür mit der Suche nach Lösungen verbrauchen, wenn du eigentlich andere Dinge damit machen wolltest. Also kostet dich auch die kostenlose Software etwas.

In den englischsprachigen Quellen findet man häufig den Ausdruck »Free as in Speech, not Free as in Beer« wenn es um »Free Software« geht. Damit ist gemeint, dass man solche Software nicht wie »Freibier« sehen sollte, sondern eher wie »Freie Rede.« Wenn Software nicht nur kostenlos angeboten wird, sondern auch mit vollständigem Quellcode, ist das der Fall.

WordPress gehört ebenfalls zu dieser Art Software, denn der Quellcode ist frei verfügbar und steht unter einer Lizenz, die es jedem erlaubt, das Programm nach eigenen Vorstellungen zu verändern und zu nutzen. Das ist die eigentliche und wichtigere Bedeutung von »Free Software«, denn auf diese Weise lassen sich auch mögliche Softwarefehler und Sicherheitslücken schneller aufspüren. Gerade die große Gemeinde der WordPress Entwickler macht die Software sehr sicher, weil jedes auftretende Problem sehr schnell behoben wird.

Für dich als Anwender ist nur wichtig, dass du dein WordPress System immer auf dem neusten Stand hältst, damit diese Korrekturen auch auf deiner Website aktiv sind.

Übrigens, auch mit meinen WordPress Büchern kannst du Zeit sparen, denn sie enthalten Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit denen du sofort ans Ziel gelangst.

Fazit

Kostenlos ist gut, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar ist. Wichtiger ist jedoch, dass auch die Leistung stimmt. Bei WordPress ist das der Fall. Allerdings gibt es so etwas wie »kostenlose Software« eigentlich gar nicht, denn jeder Anwender muss sich in das System einarbeiten, und das kostet Zeit. Durch die vielen Hilfsangebote (Blogs, Foren und Jobportale), kann man diesen Zeitfaktor bei WordPress allerdings sehr klein halten.

Warum ist „Free Software“ nicht wirklich kostenlos?