Und die Frage lautet: Wo ist eigentlich das letzte Backup? Und wie alt ist das eigentlich schon?

Wenn du eine eigene Website betreibst, wirst du dir über Backup-Strategien vielleicht kaum Gedanken machen. Die Daten liegen ja schließlich alle ganz sicher auf dem Server, dort wo du deine WordPress Site installiert hast. Oder?

Innenleben einer FestplatteÜbrigens: Das Folgende sollte dich auch dann interessieren, wenn deine Site nicht mit WordPress aufgebaut ist. Wie sieht es denn eigentlich aus, wenn einer der folgenden Fälle eintritt?

1) Das automatische Update der Software wurde aus irgendwelchen Gründen unterbrochen. Wenn du dich jetzt auf deiner Seite anmelden willst, siehst du nur eine weiße Seite.

2) Das turnusmäßige Update eines deiner WordPress Plugins wurde erfolgreich durchgeführt. Leider funktioniert jetzt die Website nicht mehr. Es erscheinen im besten Fall kryptische Fehlermeldungen, oder du bekommst eine weiße Seite zu sehen, wenn du dich anmelden willst.

3) Du bekommst Anrufe und E-Mails von Kunden, die sich darüber beschweren, dass sie unerwünschte Werbung zu sehen bekommen, wenn Sie deine Website besuchen. Oder schlimmer: Sie werden direkt auf eine Pornoseite umgeleitet.

4) Deine Seite zeigt nur eine Fehlermeldung. Ein Anruf bei deinem Webhoster sagt dir, dass der Telefonanschluss abgemeldet ist. Der Anbieter ist irgendwie verschwunden und beim Suchen über Google stellst du fest, dass die Firma gestern Konkurs angemeldet hat.

Jeder dieser vier Fälle kann dir sowohl mit WordPress als auch mit jedem anderen System passieren, das deine Internetseiten verwaltet. Für die Fälle 1-3 kannst du jemanden vom Service des Webhosting-Anbieters anrufen, der dir dann hoffentlich eine aktuelle Datensicherung gegen ein angemessenes Service-Entgelt aufspielen kann. Dann hast du deine Website wieder verfügbar, wenn auch vielleicht mit Daten, die schon eine Woche alt sind.

Im Fall 4 hast du jedoch keinen Ansprechpartner und musst dir irgendwie anders helfen.

Wie gut, dass wir ein Backup haben!

Solltest du regelmäßig eine Datensicherung deiner Website machen, wirst du sicher viel gelassener an die Sache herangehen können. Hier sind die möglichen Lösungsvorschläge für die vier Fälle:

1) Du installierst WordPress einfach komplett neu, und zwar über die bestehende Installation. Wenn du die alten Dateien für Themes und Plugins nicht vorher löschst, sollte hinterher gleich alles wieder funktionieren.

WordPress hat eine recht intelligente Art, die Software zu installieren. Die wichtigste Datei ist dabei wp-config.php, denn sie enthält die Zugangsdaten und das Passwort für die Datenbank, in der alle deine Daten gespeichert sind.

Wenn du WordPress komplett neu installierst, erkennt die Installationsroutine automatisch, dass diese Datei bereits vorhanden ist und du kannst dich nach der Installation ganz normal anmelden.

2) Wenn du feststellen kannst, welches der Plugins das Problem verursacht, kannst du den entsprechenden Ordner in wp-content/plugins/ löschen. Das geht mit einem FTP-Programm von deinem eigenen Computer, dann brauchst du FTP-Zugangsdaten von deinem Webhosting-Provider. Alternativ kannst du auch einen Dateimanager benutzen, den die meisten Hostingprovider in ihren Kundenmenüs zur Verfügung stellen.

Anschließend solltest du dich wieder normal auf deiner Seite anmelden können. Nun kannst du das gerade gelöschte Plugin von deiner letzten Datensicherung installieren und alles läuft wieder wie vorher.

Wenn es sich um ein bekanntes Problem mit einer Plugin-Version handelt, reicht es meist, einige Tage zu warten. Wenn das entsprechende Plugin eine neue Version anbietet, die das Problem nicht mehr hat, kannst du das Update erneut versuchen.

3) Wenn deine Website komische Sachen macht, von denen du nichts weißt, dann könnte sie mit Malware verseucht sein. So etwas solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen, immerhin haftest du mit deiner Website auch strafrechtlich für rechtswidrige Inhalte, die ohne dein Wissen dort angeboten werden.

Im Idealfall solltest du einen Spezialisten zu Rate ziehen, der alle Dateien auf dem Webserver untersucht. Einen solchen Schädling zu entfernen ist nicht einfach, und er könnte sich irgendwo in einer Datei verstecken, die du möglicherweise übersehen hast.

Eine radikale Methode, dieses Problem anzugehen, ist das Löschen aller Dateien auf dem Webhost und die komplette Neuinstallation. Hier kannst du zunächst WordPress von einer vertrauenswürdigen Quelle (wordpress.org) installieren. Danach installierst du alle notwendigen Plugins, ebenfalls von der Originalquelle. Das ist zwar aufwändig, stellt aber sicher, dass du dir nicht die Schadsoftware über dein Backup erneut installierst.

Dein Backup verwendest du lediglich zur Installation der Datenbank, denn diese enthält alle Inhalte deiner Website, allerdings keinen ausführbaren Code. Nach dem Zurückspielen der Daten, kannst du dich wieder ganz normal anmelden und die Site läuft wieder.

4) Wenn selbst das Webhosting verschwunden ist, brauchst du erst einmal einen neuen Anbieter. Der ist üblicherweise schnell gefunden und du kannst WordPress frisch installieren. Vorteilhaft wäre es, wenn du deine Domain bei einem anderen Anbieter verwaltest, als die Website selbst. Dann kannst du einfach die Daten für die Nameserver deines neuen Webhosts eintragen, und die Site ist meist innerhalb einer Stunde wieder verfügbar.

Mit der Datensicherung, die du hoffentlich nicht auf deinem alten Webserver gespeichert hast, kannst du nun alle Daten erneut installieren. Du hast damit den letzten Stand deines Themes, alle Plugins, alle Upload-Dateien und die Daten aus der Datenbank wieder an Ort und Stelle.

Aber ein Backup zu machen ist doch so lästig!

Backups sind lästig und zeitaufwändig. Na ja, jedenfalls war das früher mal so. Hier kommt eine einfache Schritt für Schritt Anleitung, wie du dein Backup einmal festlegen kannst, und dich nie wieder darum kümmern musst.

1) Installiere das kostenlose Plugin UpdraftPlus

https://de.wordpress.org/plugins/updraftplus/

UpdraftPlus Plugin

UpdraftPlus ist nach meiner bisherigen Erfahrung das robusteste kostenlose Backup-System, das sich leicht einrichten lässt und auch mit größeren Websites zurechtkommt. Ich verwende das Plugin häufig, wenn ich eine Kopie von Kunden-Websites lokal installieren will, um bestimmte Sachen auszuprobieren, die den laufenden Betrieb nicht stören sollen.

Mein Favorit für diese Aufgabe ist eigentlich das Plugin »Duplicator«. Das hat aber oft Probleme bei größeren Websites, weil es meist an dem 30 Sekunden Timeout scheitert, den viele Webserver eingestellt haben.

UpdraftPlus hat mich hier noch nie im Stich gelassen. Wer es allerdings zum Umziehen auf eine andere Domain nutzen will, muss die bezahlte Version kaufen oder die Installation auf der neuen Domain manuell anpassen.

2) Aktiviere das regelmäßige Backup (täglich oder wöchentlich)

Planung der Datensicherung

UpdraftPlus erlaubt die Einstellung für Datenbank und Dateien separat. Das ist durchaus sinnvoll, denn oft will man die Datenbank häufiger sichern, wenn man täglich an seiner Website arbeitet. Dateien müssen nicht jeden Tag gesichert werden, eigentlich nur dann, wenn Software-Updates anstehen oder wenn du viele Bilder hochlädst. Hier könnte man die Sicherung auch manuell machen, muss dann aber vor dem Update immer daran denken. Daher ist ein wöchentliches Backup der Dateien sicher sinnvoll.

3) Wichtig: Lasse die Backup-Dateien in die Cloud speichern.

Diverse Speicheroptionen für das Backup.

Damit die Backup-Daten nicht auf dem gleichen Speicherplatz liegen wie die Website, sollten sie irgendwo in der Cloud abgelegt werden. Ich nutze dazu Dropbox, aber UpdraftPlus bietet eine ganze Reihe von Optionen an. Natürlich kann man sich die Dateien auch per E-Mail schicken lassen, das wird aber mit zunehmender Dateigröße unhandlich.

Nach der Einrichtung der Backup-Optionen musst du also nur noch deinen Cloud-Service auswählen und die UpdraftPlus App für diesen Service autorisieren. Bei Dropbox wird man dazu auf die Dropbox-Seite umgeleitet und muss den Zugriff einmal erlauben. Danach erfolgen alle Backups automatisch in den Dropbox-Ordner »Apps → UpdraftPlus.com«

Das Plugin verschickt auch eine E-Mail, sobald ein Backup durchgeführt wurde. So kann man sich immer über den aktuellen Stand der Datensicherung auf dem Laufenden halten.

updraft-email

 

Fazit

Ich hoffe, es ist dir klargeworden, wie wichtig ein aktuelles Backup sein kann. Das Beispiel mit UpdraftPlus spiegelt meine persönlichen Erfahrungen wider und ich bekomme keine Gegenleistung von der Firma.

Wenn du ein anderes Plugin zur Datensicherung verwendest, ist das natürlich in Ordnung. Wichtig ist nur, dass der Vorgang automatisch und regelmäßig abläuft und die Daten vom Webserver getrennt gespeichert werden.

Versuche auf jeden Fall einmal, eine solche Datensicherung auch wieder zurückzuspielen. Lediglich die Dateien gesichert zu haben ist nur die halbe Miete. Du musst auch sicher sein können, dass du aus diesen Daten wieder eine funktionierende WordPress Site machen kannst.

Kein Scherz! Ich habe früher in der EDV gearbeitet, da hatten wir tatsächlich Kunden, die täglich ihre Daten auf Magnetbänder(!) gesichert hatten. Nachdem das System dann einmal ausgefallen war, stellten sie fest, dass sie keines dieser Bänder lesen konnten!

Mache also einen Test, ob dein Backup-System im Ernstfall auch wirklich funktioniert.

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